Paten-Prinzip

Paten-Prinzip

Immer mehr Kinder nehmen unsere Angebote wahr. Im Laufe der letzten 12 Monate sind ca. 220 Kinder dazu gekommen. Insgesamt nutzen im Jahr ca. 500 Kinder unser Angebot in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen. Wir sind als Mitarbeiter vor Ort zu zweit. Da zeigt sich, dass das ein oder andere Anliegen der Kinder zwangsläufig auf der Strecke bleibt – auch wenn natürlich niemals alle Kinder auf einmal kommen.

Um trotzdem möglichst viel Zeit für den Einzelnen zu haben und dabei gleichzeitig zu erkennen, bei wem gerade was abgeht, hat sich zum Teil unbewusst, zum Teil von uns angeleitet, eine Art Helfer-Struktur gebildet. Wir nennen sie gerne das Paten-Prinzip, da sie im wesentlichen darauf aufbaut, dass die Checker der einzelnen Höfe oder Gebiete, genannt Paten, zu einer Art Botschafter ihrer Gefolgschaft bzw. ihres Hofes geworden sind. Dass sie sich für ihren Hof verantwortlich fühlen. Diese Paten tragen bei Bedarf die nötigen Informationen umgehend an uns weiter.

Warum an uns? Weil es für Kinder oft eine zu große Hemmschwelle ist, direkt die Polizei oder andere Stellen zu informieren. Uns kennen sie und haben das nötige Vertrauen. Wenn zum Beispiel ein Kind auf Hof X von zuhause abhauen will, gibt es in der Regel einen Art Anführer, also Paten, auf dem Hof, der das weiß. Wenn dieses Kind nun seinen Entschluss endgültig gefasst hat, ist es in der Regel mit seinem Paten so gut vernetzt, dass er diesen um Hilfe bittet. Dann meldet dieser sich bei uns oder wie kurz vor Weihnachten geschehen, kommt mit dem betreffenden Kind direkt vorbei. So können dann Schritte gegangen werden, die es dem Kind ersparen in die Obdachlosigkeit entlassen zu werden oder bei irgendwelchen dubiosen „Verwandten“ unterzukommen.

Dies betrifft auch Kinder, die wir persönlich nicht kennen. Aber den Vermittler, den Hofältesten, den Paten – den kennen wir. Das ist ein wahrer Erfolg, dass die Kinder sich mittlerweile so gut vernetzt haben, dass quasi niemand mehr auf der Strecke bleiben muss.

Wir unterstützen das, durch gezielte Treffen mit den Paten, Feedback-Runden und eine Art Supervision. Selbstverständlich verpflichtet sich kein Kind zu irgendetwas. Die Funktion des Paten ist freiwillig und kann jederzeit beendet werden.